Sonntag, 23. Juni 2013

Von Stoffmarktbesuchen und Gretelies Taschen

Mein letzter Besuch des Stoffmarkt Holland liegt schon eine Zeit zurück - irgendwann im letzten Herbst in Hannover muss es gewesen sein.
Stoffmarktbesuche sind gefährlich - zumindest für mich! Deswegen ist es sinnvoll, sie zu planen. Ich nehme mir immer vor, nicht mehr als einen vorher festegelegten Betrag auszugeben. Außerdem habe ich eine gewisse Vorstellung von dem, was ich benötige. Dabei handelt es sich in der Regel um gut kombinierbare Jerseystoffe und Bündchenware. Soviel zur Theorie.

Leider ist es offensichtlich, dass ich zu der Sorte Mensch gehöre, die unfähig ist, Theorien in die Praxis umzusetzen. Manchmal rede ich mir ein, dass die Schuld daran nicht bei mir, sondern an den Umständen liegt. Aber lassen wir das...

Bei meinen üblichen Stoffmarktbesuchen sind die Stände mit interessanten Jerseys in der Regel so überfüllt, dass man es nicht schafft bis auf weniger als einen Meter an die Auslagen heranzukommen, es sei denn, man ist bereit, sich schubsend und drängelnd (am besten bewaffnet) eine halbe Stunde lang vorzuarbeiten. Sehr nervig. Diese schon fast tumultartigen Zustände haben bei mir eines Tages dazu geführt, dass ich zu anderen Ständen geflohen bin. So habe ich Kiseki entdeckt. Nicht, dass es an diesem Stand leer gewesen wäre, aber dieses Gedrängel und Geschubse fehlte. Das ist ja schon was. Wunderbare, außergewöhnliche Stoffe aus Japan kann man hier bestaunen. Viel Leinenware, aber auch eine tolle Auswahl an Wachstüchern.
Seitdem ich Kiseki entdeckt habe, gehört ein Besuch des Standes für mich bei jedem Stoffmarktbesuch dazu, auch wenn es hier keine Jersey- und Bündchenstoffe gibt. Trotzdem habe ich es noch nie geschafft, den Kiseki-Stand mit leeren Händen zu verlassen, obwohl ich Stoffe dieser Art wirklich selten vernähe. Noch besser: Ich gebe hier immer mehr Geld aus als ich mir vorgenommen habe. Mit der Zeit haben sich in meinem Stoffregal neben den vielen Jersey auch einige japanische Stoffe zusammengefunden, was führt dazu, dass ich von Zeit zu Zeit umdenken muss. Dann wollen keine Shirts genäht werden, sondern Leinenstoffe verarbeitet werden.

In den letzten Tagen hat mich das auf die Idee gebracht, aus einem kleinen Stapel Kokka-Stoffen zwei Gretelies Wendetaschen zu nähen. Das Freebook dazu kann man hier finden. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Anne für das Einstellens dieser schönen Nähanleitung. Es hat einfach Spaß gemacht, diesen unkomplizierten Schnitt nachzuarbeiten. Das Ergebnis könnt Ihr auf den Bildern sehen.
Modell 1 ist definitiv die farbenfrohere Variante. Bei Modell 2 habe ich den Aufdruck an der Webkante nicht wie üblich abgeschnitten, sondern mitverarbeitet. Mir gefiel der Schriftzug in seinem kräftigen Türkis einfach so gut, dass es zu schade gewesen wäre, ihn in den Müll zu befördern. Kurz: Bei manchen Stoffen lohnt es sich wirklich, die Webkanten genauer anzugucken. :-)

Gretelies Tasche No. 1

Gretelies Tasche No. 2

Modell No. 1 ist übrigens gleich gestern zu einem runden Geburtstag verschenkt worden. Was mit dem zweiten Täschli passiert, weiß ich noch nicht genau. Entweder wir behalten sie oder sie wird bei nächster Gelegenheit als Geschenk herhalten müssen. In den kommenden Wochen stehen uns noch genügend Geburtstage  bevor! :-)

Habt alle einen schönen Sonntag und bis bald!




Kommentare:

  1. Erfrischend gut, erfrischend anders ...
    Anne, ich finde die Taschen sehr, sehr schön. Du solltest sie selbst benutzen. Was meinst Du? Ist doch auch mal schön, normalen Baumwollstoff zu verarbeiten, statt Jersey. Bis zum nächsten Mal.
    Gremalu

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  2. Du hast wahrscheinlich recht, zumal die Mädels schon ganz verliebt in das lila farbene Modell sind. :-) Und es ist wirklich mal schön, etwas anderes als Jersey zu verarbeiten. Abwechslung tut gut!

    Ganz liebe Grüße, Anne

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Danke, dass Du Dir die Zeit nimmst, ein paar Worte zu hinterlassen. :-)